Ich bin Friederike Schrader, Jahrgang 1970, und habe 30 Jahre in großen und kleinen Hotels im In- und Ausland gearbeitet. Durch Corona musste ich mich, wie viele andere auch, neuorientieren. Dabei hatte ich viel Glück und konnte im Frühjahr 2020 nach Bremen ziehen und als Sekretärin anfangen und hatte wieder ein festes Einkommen. Dafür hatte ich mit Kontaktbeschränkungen, geschlossenen Cafés und anderen Möglichkeiten, sozialen Anschluss zu finden, so meine Schwierigkeiten, da Freunde und Familie waren verstreut in Deutschland waren.
Ungefähr ein Jahr später blieb meine Periode aus, erst ein Monat, dann zwei, dann drei. Die Gedanken schweiften von Wechseljahren zu stressigen Lebensumständen bis hin zu ernsthaften Krankheiten … Der Besuch bei der Frauenärztin dauert keine 10 Minuten, dann war die Untersuchung abgeschlossen, der Grund WECHSELJAHRE gefunden und mit einem pflanzlichen Mittel einfach zu beheben. “Wenn das nicht hilft, kommen Sie noch mal wieder”, so der Abschiedsgruß der Ärztin.
Da stand ich nun mit einem Rezept auf der Straße und fragte mich “Hmm – was nun?”, “Ist es das oder doch was anderes?”, “Kriege ich jetzt diese schrecklichen Hitzewallungen, von denen ich immer im Zusammenhang mit den Wechseljahren gehört habe?”
Die vorsichtige und peinlich berührte Nachfrage bei engen Freundinnen ergab: “Nee, habe ich zum Glück noch nicht, aber bei meiner Mutter war das die Hölle!” und “Dann musst Du Hormone nehmen!”
Mir kamen weiter Fragen und ich hatte das Bedürfnis mit einer Frau ganz unbeschwert über das Thema zu sprechen. Warum konnten wir früher, wenn auch hinter vorgehaltener Hand mit den Mädels darüber reden, ob Binden oder Tampons besser sind, ob man schon die Pille nehmen sollte und welche – ganz zu schweigen von dem Gekicher beim Austausch über “das erste Mal”.
Warum sind die Wechseljahre nun so ein Tabu? Haben wir bisher unser Leben nicht souverän gemeister? Wir haben Beruf, Karriere, Kinder, Männer, Haushalt und Kriesen überstanden. Aber wenn es um die Wechseljahre geht – die mit ziemlicher Sicherheit jede Frau bekommt, ab groß oder klein, dick oder dünn – werden wir ganz still.
Als mir nun alle diese Dinge durch den Kopf gingen, las ich in einem Frauenmagazin von einer Wechseljahre-Beraterin. WECHSELJAHRE-BERATERIN? So was gibt’s? Und ich hielt mich immer für gut informiert!
“Genial” dachte ich. Schwangere haben eine Hebamme, die sie durch die wilde Zeit der Hormone in der Schwangerschaft begleiten und für alle Fragen ein offenes Ohr haben. Warum sollen wir Frauen dann in den Wechseljahren nicht auch eine einfühlsame und wissende Frau an unserer Seite haben?
Da in dem Artikel die Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Wechseljahre-Beraterinnen erwähnt wurde, schaute ich auf die Webseite, um eine Beraterin in der Nähe zu finden und einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren.
Dann die Ernüchterung: es gibt keine, weder in Bremen, noch in Hannover, Hamburg, Oldenburg … Auch Dr. Google kannte keine, gab mir aber Informationen zur Ausbildung. Aha – dafür gibt es richtig eine Ausbildung – mit Zertifikat!
Nach einem Telefonat mit der Wechseljahre-Beraterin, die in dem Artike erwähnt wurde, stand mein Endschluss fest: das mache ich!
Das muss es auch im Norden geben! Wir Frauen müssen doch füreinander da sein!
So habe ich also die weitere Corona-Zeit genutzt meine Ausbildung zu machen und bin inzwischen Teil der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Frau im Wechsel, in der viele tolle und sehr engagierte Frauen sich zusammengetan haben. Unsere Mission:
Wir wollen Frauen während ihrer Wechseljahre bestärken und sie dabei unterstützen, den für sie individuell passenden Weg zu finden. Es ist wichtig, die Veränderungen dieser Lebensphase als Chance zu erkennen und zu nutzen.
Meine Ausbildungen:
- Hotelfachfrau
- Notfallseelsorgerin
- Zertifizierte Wechseljahreberaterin SfG (Schule für freie Gesundheitsberufe)
- Diverse Seminare und Workshops zum Thema Ätherische Öle bei TAOASIS